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Abschlusskonzert

Sonntag, 27. Juni 18.30 Uhr
Passionspielhaus Erl

Eintritt: 24,00 / 20,00 / 18,00 / 16,00 / 12,00 €
Jugendliche 10-16 die Hälfte
Kinder bis 10 Jahre frei

Ein Konzertabend, bei dem nur ein einziges Werk auf dem Programm steht, ist etwas Außergewöhnliches. Es muss sich also um ein Stück handeln, das alle üblichen Dimensionen sprengt. Anton Bruckners achte Symphonie gehört mit einer Gesamtspielzeit von rund 80 Minuten überhaupt zu den am längsten dauernden Exemplaren dieser Gattung. Bruckner hatte selbst an der Ausarbeitung der 1. Fassung drei Jahre lang gefeilt und damit gut ein Jahr länger gebraucht, als es sonst bei ihm üblich war. Selbst „Freunde und Schüler standen dem gigantischen Werk zweifelnd gegenüber“ und „vermochten im ersten Augenblick die innere und äußere Größe [dieser Symphonie] ... nicht zu fassen.“ Das aber ist ja gerade untrügliches Kennzeichen von Größe und Monumentalität, dass sie überwältigend wirkt und fürs erste jegliches Fassungsvermögen übersteigt. „Ein solch monumentales Werk ... ist ... weitläufiger, verästelter und deshalb schwieriger zu hören.“ Bedenkt man auch „die Summe der Informationen, die der Hörer zu bewältigen hat.“ Und dennoch: die Uraufführung, die unter dem Dirigenten Hans Richter und dem Hofopernorchester, den späteren Wiener Philharmonikern, am 18.Dezember 1892 in Wien stattfand, wurde für den Komponisten zu einem seiner größten Erfolge, die ihm zu Lebzeiten vergönnt waren. Auch schon bei der Uraufführung war die Achte „als ‚Riese’ allein auf dem Programm stehend“. Der Komponist Hugo Wolf, der diesen Erfolg miterlebte, soll von seinem Sitz aufgesprungen sein und ausgerufen haben: „Erst nach tausend Jahren wird man dieses herrliche Werk verstehen.“
Zwar musste auch der Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick, der die Musik dieses Werks einen „traumverwirrten Katzenjammerstil“ genannt hatte, eingestehen, dass „tobender Jubel, Wehen mit den Sacktüchern aus dem Stehparterre, unzählige Hervorrufe, Lorbeerkränze usw.“ enthusiastische Zeichen von künstlerischer Anerkennung für den Komponisten bedeuteten. An seinen Freund Emil Kauffmann schrieb Wolf am 23.Dezember 1892: „Diese Sinfonie ist die Schöpfung eines Giganten und überragt an geistiger Dimension, an Fruchtbarkeit und Größe alle anderen Sinfonien des Meisters ... und wie mit elementarer Gewalt brach der Sturm der Begeisterung aus, als die einzelnen Sätze verklungen waren. Kurz, es war ein Triumph, wie ihn ein römischer Imperator nicht schöner wünschen konnte.“ Bruckner widmete die Symphonie Kaiser Franz Joseph I. von Österreich, der die Widmung annahm und außerdem für die Druckkosten aufkam.
Werfen wir noch kurz einen Blick auf die Chronologie des Werks. Bruckner arbeitete an der ersten Fassung in den Jahren 1884 – 1887. Weil der Dirigent, der die Uraufführung leiten sollte, keinen Zugang zu dem Stück finden konnte, nahm sich der Komponist die Symphonie noch einmal vor und stellte von 1889 bis 1890 eine zweite Fassung her. Erst 1892 kam es zur Uraufführung. Insgesamt vergingen also von den ersten Entwürfen bis zum ersten öffentlichen Erklingen dieser Symphonie acht Jahre. Das ist vergleichsweise eine so lange Zeit, wie in der Regel eine Schülerin oder ein Schüler von der ersten Klasse Gymnasium bis zum Abitur benötigen.